Motivation 3 - Sonnenstrahlenblumen~ Fotografie~Gedichte~Zitate

Sonnenstrahlenblumen
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Motivation 3

Motivation


Liebes Geld,

ich danke dir, dass du immer bei mir bist und mir in Hülle und Fülle zur Verfügung stehst.

Oft bist du verkannt und deine reine, neutrale Energie - das Wissen, dass du ein wichtiges Tauschmittel bist - wird verzerrt von der Macht, die andere dir geben, weil sie denken, sie könnten dich nicht haben.
Dabei kannst du jedermann´s und jederfrau´s Freund sein, wenn sie dich willkommen heißen, 
wertschätzen und sich über dich freuen!

Danke liebes Geld, dass es dich gibt. Ich wertschätze dich als das, was du bist - eine Energieform mit einer Bedeutung, die ich dir allein gebe. Und daher möchte ich dir die beste Bedeutung geben. Nein, ich will dich nicht anbeten, denn ich verstehe, dass du so viel bei mir bist, wie ich es dir durch meine Gedanken erlaube. Ich allein öffne oder schließe die Tür, durch die du zu mir kommen kannst.

Darum möchte ich dir danken, dich einladen, dich immer bei mir zu Hause zu fühlen und die Tür zu mir ganz weit öffnen. Als Erdenwesen ist es mein Geburtsrecht, mit allem versorgt zu sein. Daher mache ich es mir dir wie mit allem - was ich in meinem Leben haben will: ich gebe dir positive Aufmerksamkeit, ich freue mich über dich und freue mich, wenn du zu allen fließt ohne Grenzen und ohne Bedingungen.
Jedes Wesen auf dieser Erde soll die Fülle erfahren, die bedingungslose Versorgung und sich mit dir,
 liebes Geld, alle Wünsche und Träume erfüllen.

Reichtum und Fülle für alle!

© Silvia Schindler



Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn: "Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?" Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf und umklammerte ihn und jammerte: "Was kann ich tun, damit dieser Baum mich losläßt?"

Aus dem Zen-Buddhismus.



Sommerfarben ...

Ich wünsche dir bunte Sommerfarben
ins Gewebe deiner Tage,
dass du graue Zeiten bestehen kannst,
ohne in Hoffnungslosigkeit zu versinken.
Ich wünsche dir helle Töne der Heiterkeit
in die Melodie deines Lebens,
Befreiung zu Leichtigkeit und Tanz
ohne fliehen zu müssen vor den Niederungen.
Ich wünsche dir guten Boden unter deine Füße,
deine Wurzeln hinein zu senken
und genügend Halt zu finden,
um nicht heimatlos zu bleiben
auf dieser Erde.

Antje Sabine Naegli



Sich aufrichten

Langsam erkennen,
was meine Lebendigkeit behindert,
mich unterbrechen lassen
im gewohnten Alltagstrott.
Mich nicht leben lassen
durch blockierende Ansprüche,
das Leben in Fülle wählen,
das in meinem Innersten auf mich wartet.
Langsam erahnen,
was meine Lebensqualität fördert,
mich aufhalten lassen
zum Aufstand für die Liebe.
Mich aufrichten lassen
durch jene befreienden Lebensworte,
die zutiefst berühren:
Steh auf und lebe!

Pierre Stutz



Eigentlich ...

Eigentlich sollte ich aufbrechen
aus der Enge verbrauchter Gewohnheiten
Eigentlich sollte ich aufhören
atemlos durch die Tage zu rennen
Eigentlich sollte ich mich weigern
fraglos zu funktionieren und zu schweigen
Eigentlich sollte ich
das Wort Eigentlich streichen
um am Ende nicht sagen zu müssen
Eigentlich hätte ich
leben wollen

Sabine Naegeli



Gesegnet der Mensch

Gesegnet der Mensch
der in der Verunsicherung
die Chance entdeckt
authentischer werden zu können
und im Lernen einzufordern
was es wirklich zum Leben braucht
Gesegnet der Mensch
der in den Unter-brechungen seines Lebens
die Aufforderung zum Durch-bruch
zu mehr Lebendigkeit erahnt
die zum Wohle aller sich weisen wird
Gesegnet der Mensch
der auf seine Seele achtet
weil sie uns auch durch den Leib
zu Wendezeiten im Leben ruft
um mehr aus innerer Freiheit
im Lebens stehen zu können.

Pierre Stutz




 Die Parabel vom Adler

Einst fand ein Mann bei einem Gang durch den Wald einen jungen Adler. 
Er nahm ihn mit nach Hause auf seinen Hühnerhof, wo der Adler bald lernte, 
Hühnerfutter zu fressen und sich wie ein Huhn zu verhalten.
Eines Tages kam ein Zoologe des Weges und fragte den Eigentümer, warum er einen Adler, 
den König aller Vögel, zu einem Leben auf dem Hühnerhof zwinge.
"Da ich ihm Hühnerfutter gegeben und ihm gelehrt habe, ein Huhn zu sein, hat er nie das fliegen gelernt" antwortete der Eigentümer. 
"Er verhält sich genau wie ein Huhn, also ist er kein Adler mehr".
"Dennoch", sagte der Zoologe, "hat er ein Herz eines Adlers und kann sicher das fliegen lernen". 
Nachdem sie die Sache beredet hatten, kamen die beiden Männer überein, zu ergründen, ob es möglich sei.
Behutsam nahm der Zoologe den Adler in die Arme und sagte: "Du gehörst den Lüften und nicht der Erde. Breite deine Flügel aus und fliege".
Doch der Adler war verwirrt, er wusste nicht, wer er war und als er sah wie die Hühner ihre Körner pickten sprang er hinab um wieder zu ihnen zu gehören.
Unverzagt nahm der Zoologe den Adler am nächsten Tag mit auf das Dach des Hauses und drängte ihn wieder: 
"Du bist ein Adler. Breite deine Flügel aus und fliege".
 Doch der Adler fürchtete sich vor seinem unbekannten Selbst und der Welt und sprang wieder hinunter zu dem Hühnerfutter.
Am dritten Tage machte sich der Zoologe früh auf und nahm den Adler aus dem Hühnerhof mit auf einem hohen Berg. 
Dort hielt er den König der Vögel hoch in die Luft und ermunterte ihn wieder: "Du bist ein Adler.
 Du gehörst ebenso den Lüften wie der Erde. 
Breite deine Flügel aus und fliege".
Der Adler schaute sich um, sah zurück zum Hühnerhof und hinauf zum Himmel. Noch immer flog er nicht. 
Da hielt ihn der Zoologe direkt gegen die Sonne und da geschah es, dass der Adler zu zittern begann und langsam seine Flügel ausbreitete. 
Endlich schwang er sich mit einem triumphierenden Schrei hinauf gen Himmel.
Es mag sein, dass der Adler noch immer mit Heimweh an die Hühner denkt, es mag sein, dass er hin und wieder den Hühnerhof besucht. 
Doch soweit irgendjemand weiß, ist er nie zurückgekehrt und hat das Leben eines Huhnes wieder aufgenommen.
Es war ein Adler, obwohl er wie ein Huhn gehalten und gezähmt worden war.



"Das Glück ist ein Schmetterling",

sagte der Meister." 
Jag ihm nach und er entwischt dir. 
Setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder."
"Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?" 
fragte er Schüler.
"Hör auf, hinter ihm her zu sein."
"Aber gibt es nichts, was ich tun kann?"
"Du könntest versuchen, 
dich ruhig hinzusetzen, 
wenn du es wagst."

Antony de Mello


Mein Seelengarten

wenn ich in meine Seele hineinblicke
dann sehe ich einen wunderschönen Garten
dort tummeln sich Einhörner
und wundervolle Edelsteine wachsen

mit jeder Freundschaft, die in mein Leben kommt
wird ein neues Einhornfohlen geboren
Liebe nährt die Blumen
und lässt die Edelsteine leuchtend scheinen

wenn ich in meine Seele schaue
dann fühle ich nur große Freude
die mein Herz weit aufmacht
für alle, die gerne eintreten



Wie Muscheln

liegen sie
an deinem Strand
Warten darauf
von dir gefunden zu werden.
Manche liegen sehr lange dort,
andere werden von der nächsten Flut
zurück in' s Meer gezogen.
Nur wer sie aufsammelt
und ihre Schönheit,
ihre Wahrheit
und ihre Struktur
im hellen Licht betrachtet,
dem können sie ihre
Geschichte von ihrer
Reise durch das tiefe Meer
erzählen.
Du musst sie nicht besitzen,
das gleicht einem
hoffnungslosen Kampf
gegen die Urgewalt des Meeres -
trage ihre Geschichten nur
tief in deinem Herzen.
Sie können der Schlüssel sein
für die Geheimnisse des Lebens,
für die Schatzkisten
an deinem Strand,
oder sind es selbst.
Habe also keine Angst
vor einer rauen,
stürmischen und bewegten
See.
Sie wird dir mehr Muscheln
an den Strand spülen,
als ein ewig flaches Meer
bei Sonnenschein.
Genieße die sonnigen Stunden
bei Ebbe
und sei tapfer bei Sturm
und hohen Wellen.
Das Bild des Sandes
an deinem Strand
ist vergänglich
und jeden Tag neu.
Gezeichnet von den Menschen
und bereinigt von der Flut.
Besuche auch andere Strände,
an denen der Wind das Meer
aus einer anderen Richtung
an das Ufer treibt.
Vertraue auf dein Gefühl
welche Muschel dir gefällt.
Aber nimm dir auf jeden Fall
die Zeit,
die Muscheln zu betrachten.
Halte sie in die Sonne
und
schenk ihrem Rauschen dein Ohr.



Löwenzahn

Ein Mann beschloss, einen Garten anzulegen. 
Also bereitete er den Boden vor und streute den Samen wunderschöner Blumen aus.
Als die Saat aufging, wuchs auch der Löwenzahn. 
Da versuchte der Mann mit mancherlei Methoden, des Löwenzahns Herr zu werden. 
Weil aber nichts half, ging er in die ferne Hauptstadt, um dort den Hofgärtner des Königs zu befragen.
Der weise, alte Gärtner, der schon manchen Park angelegt und allzeit bereitwillig Rat erteilt hatte, 
gab vielfältig Auskunft, wie der Löwenzahn loszuwerden sei. Aber das hatte der Fragende alles schon selbst probiert.
So saßen die beiden eine Zeitlang schweigend beisammen, bis am Ende der Gärtner den ratlosen Mann schmunzelnd anschaute und sagte: 
"Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genützt hat, dann gibt es nur noch einen Ausweg:
 Lerne, den Löwenzahn zu lieben."

Nacherzählt nach einer Sufigeschichte



Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? 
Wir wären auch gerne so glücklich wie du.
 "Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. 
Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich. "Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde.
 Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen.
Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, 
dann stehe ich auf. 
Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. 
Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. 
Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. 
So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. 
In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt.
Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, 
wirklich glücklich und zufrieden zu sein."



Aber nachdem der kleine Prinz lange über den Sand, die Felsen und den Schnee
gewandert war, geschah es, dass er endlich eine Straße entdeckte. Und die Straßen
führen zu Menschen.
»Guten Tag«, sagte er. Da war ein blühender Rosengarten. »Guten Tag«, sagten die Rosen.
Der kleine Prinz sah sie an. Sie glichen alle seiner Blume.
»Wer seid ihr?« fragte er sie höchst erstaunt.
»Wir sind Rosen«, sagten die Rosen.
»Ach!« sagte der kleine Prinz... Und er fühlte sich sehr unglücklich.
Seine Blume hatte ihm erzählt, dass sie auf der ganzen Welt einzig in ihrer Art sei. Und
siehe!, da waren fünftausend davon, alle gleich, in einem einzigen Garten!
Sie wäre sehr böse, wenn sie das sähe, sagte er sich... Sie würde fürchterlich
husten und so tun, als stürbe sie, um der Lächerlichkeit zu entgehen. 
Und ich müsste wohl so tun, als pflegte ich sie, denn sonst ließe ich sie wirklich sterben, um auch
mich zu beschämen...
Dann sagte er sich noch: Ich glaubte, ich sei reich durch eine einzigartige Blume,
und ich besitze nur eine gewöhnliche Rose.
Sie und meine drei Vulkane, die mir bis ans Knie reichen und von denen einer vielleicht
für immer verloschen ist, das macht aus mir keinen sehr großen Prinzen... Und er warf
sich ins Gras und weinte.



Eines Tages kam ein fürchterlicher Sturm auf, 
danach lagen unzählige Seesterne am Ufer.
Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, 
warf ein Seestern nach dem andern ins Meer zurück. 
Ein Mann kam vorbei und sagte: Du dummer Junge, es ist sinnlos was Du da machst,
 Du kannst sie ja doch nicht ALLE ins Meer zurückgeben. 
Was Du da tust ändert nichts.
 Der Junge überlegte kurz, ging dann zum nächsten Seestern und hob ihn vom Boden auf, 
und sagte zu dem Mann:
Für Ihn wird sich was ändern!



Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und
erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine
große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle
bewunderten sein Herz, denn es war perfekt.
Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben
ihm recht, es war wirklich das schönste Herz, was sie je
gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte
lauter über sein schönes Herz.
Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und
sagte: "Nun, dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie
meines. "Die Menschenmenge und der junge Mann schauten
das Herz des alten Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war
voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch
andere ersetzt worden waren.
Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste
Ecken. Genauer an einigen Stellen waren tiefe Furchen,
wo ganze Teile fehlten.
Die Leute starrten ihn an: Wie kann er behaupten, sein Herz
sei schöner dachten sie?
Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen
Zustand und lachte: "Du musst scherzen", sagte er, "Dein Herz
mit meinen zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist
ein Durcheinander aus Narben und Tränen."
"Ja", sagte der alte Mann, "deines sieht perfekt aus, aber
ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für
einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe.
Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reichte es ihnen,
und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle
meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau sind,
habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern
mich an Liebe die wir teilen.
Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben,
ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurück
gegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt
manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen
schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich
an Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Und ich hoffe,
dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden.
Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"
Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.
Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten Herz und
riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen
an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz.
Er nahm ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die
Wunde des jungen Mannes Herzens. Es passte nicht perfekt,
aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes
in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen weg.
Seite an Seite.



Gespräch zwischen Zündholz und Kerze
Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze:
 "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden." Oh nein", erschrak die Kerze, "nur das nicht. 
Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. 
Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern."
Das Zündholz fragte: " Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, 
ohne zuvor gelebt zu haben?"
"Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.
 "Es ist wahr", entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: 
Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. 
Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken.
 Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. 
Andere wehren dein Feuer weiter tragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben."
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an."



Spuren im Sand

von Margaret Fishback Powers

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen
vorüber gezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur
gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“



Blumengeschäfte
verkaufen
keine Gänseblümchen
sie sind
wohl auch
unverkäuflich genauso wie ich
Liebe
Zärtlichkeit
Freundschaft und Menschen
nicht kaufen kann Sie wachsen wild
blühen unbeachtet
und warten nur auf jemanden
der sich
endlich
bückt

v. Andrea Schwarz



"Du bist nicht von hier", sagte der Fuchs, 
"was suchst du?" "Ich suche die Menschen", sagte der kleine Prinz. "Was bedeutet, zähmen?" „ Die Menschen", sagte der Fuchs, "die haben Gewehre und schießen.
 Das ist sehr lästig. Sie ziehen auch Hühner auf. Das ist ihr einziges Interesse. Du suchst Hühner?" „Nein", sagte der kleine Prinz, "ich suche Freunde. Was heißt, "zähmen?" "Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs. "Es bedeutet: sich vertraut machen". "Vertraut machen?" "Gewiss", sagte der Fuchs. "Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt ..." "Ich beginne zu verstehen", sagte der kleine Prinz. "Es gibt eine Blume ... ich glaube, sie hat mich gezähmt ..." "Das ist möglich", sagte der Fuchs. "Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge ..." "Oh, das ist nicht auf der Erde", sagte der kleine Prinz. Der Fuchs schien sehr aufgeregt: "Auf einem anderen Planeten?" – "Ja." "Gibt es Jäger auf diesem Planeten?" – "Nein." "Das ist interessant! Und Hühner?" – "Nein." "Nichts ist vollkommen!" seufzte der Fuchs. Aber der Fuchs kam auf seinen Gedanken zurück: "Mein Leben ist eintönig. Ich jage Hühner, die Menschen jagen mich. Alle Hühner gleichen einander, und alle Menschen gleichen einander. Ich langweile mich also ein wenig. Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen andern unterscheidet. Die anderen Schritte jagen mich unter die Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann schau! Du siehst da drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide lieb gewinnen." Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen lange an: "Bitte ... zähme mich!" sagte er. "Ich möchte wohl", antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennen lernen." "Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. "Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!" "Was muss ich da tun?" sagte der kleine Prinz. "Du musst sehr geduldig sein", antwortete der Fuchs. "Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel anschauen, und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können ..." Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück. "Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen", sagte der Fuchs. "Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, umso glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahre, wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll ... Es muss feste Bräuche geben." "Was heißt, fester Brauch?'" "Auch etwas in Vergessenheit Geratenes", sagte der Fuchs. "Es ist das, was einen Tag vom andern unterscheidet, eine Stunde von den andern Stunden. Es gibt zum Beispiel einen Brauch bei meinen Jägern. Sie tanzen am Donnerstag mit dem Mädchen des Dorfes. Daher ist der Donnerstag der wunderbare Tag. Ich gehe bis zum Weinberg spazieren. Wenn die Jäger irgendwann einmal zum Tanze gingen, wären die Tage alle gleich und ich hätte niemals Ferien." So machte denn der kleine Prinz den Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde des Abschieds nahe war: "Ach!" sagte der Fuchs, "ich werde weinen." "Das ist deine Schuld", sagte der kleine Prinz, "ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, dass ich dich zähme ..."! "Gewiss", sagte der Fuchs. "Aber nun wirst du weinen!" sagte der kleine Prinz. "Bestimmt", sagte der Fuchs. "So hast du also nichts gewonnen!" "Ich habe", sagte der Fuchs, "die Farbe des Weizens gewonnen." Dann fügte er hinzu: "Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine einzig ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken." Der kleine Prinz ging, die Rosen wieder zu sehen: "Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts", sagte er zu ihnen. "Niemand ha t sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt." Und die Rosen waren sehr beschämt. "Ihr seid schön, aber ihr seid leer", sagte er noch. "Man kann für euch nicht sterben. Gewiss, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist." Und er kam zum Fuchs zurück: "Adieu", sagte er ... "Adieu", sagte der Fuchs. "Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

"Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken. "Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig." "Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe ...", sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken. "Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen", sagte der Fuchs. "Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich ..." "Ich bin für meine Rose verantwortlich ...", wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.



Einst fragte die Tannenmeise ihre Freundin, die Wildtaube: 
"Sag mir was eine Schneeflocke wiegt."
"Nicht mehr als ein Nichts", antwortet die Wildtaube.
"Dann lass mich dir eine wunderbare Geschichte erzählen." sagte da die Meise. 
"Ich saß eines Tages auf einem dicken Ast einer Fichte, dicht am Stamm, als es zu schneien anfing.
 Es schneite nicht heftig, sondern ganz sanft und zart, ohne Schwere. 
Da ich gerade nichts Besseres zu tun hatte, zählte ich die Schneeflocken, die auf die Zweige und auf die Nadeln des Astes fielen und darauf hängen blieben.
 Es waren exakt dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-zweiundfünfzig Schneeflocken, die ich zählte. 
Und als die letzte der dreimillionen-siebenhundert-einundvierzigtausend-neunhundert-dreiundfünfzig Schneeflocken leise und sanft niederfiel,
 die nicht mehr wog als ein Nichts, brach der starke, dicke Ast der Fichte ab." Damit flog die Meise davon. 
Die Taube, als Spezialistin für den Frieden, sagte zu sich nach kurzem Nachdenken:
 "Vielleicht fehlt ja nur eines einzelnen Menschen Stimme zum Frieden der Welt..."



Mäuse-Freude

Zwei kleine Mäuse hatten ein Henne-Ei-Problem: Sie stritten sich darüber,
 ob wohl zuerst die Freude oder zuerst das Leid auf der Welt war.
Mäuserich Tilo behauptete: "Natürlich war zuerst das Leid vorhanden. Das ist doch klar! 
Wie sonst könnte man so ein schönes Gefühl wie Freude empfinden, wenn man nicht vorher den ganzen Schlamassel aus Schmerz und Pein erlebt hätte. 
Man würde es glatt gar nicht merken!"
Maus Lisa war völlig anderer Meinung: "Die Freude war zuerst da, das muss dir doch einleuchten! 
Wenn man nicht von Anfang an gelernt hat, wie sich Freude anfühlt, dann wird man sie auch später nicht erfahren.
 Sie muss einem als Urgefühl in die Wiege gelegt werden. 
Schlimmes Leid könnte man gar nicht ertragen, gäbe es da nicht die Erinnerung daran, dass das Leben auch anders sein kann – freudig nämlich!"
"Aber die Schmerzen sind doch nur dafür erfunden worden, damit man die Freude überhaupt empfinden kann. 
Demnach muss das Leid zuerst da gewesen sein", gab sich Mäuserich Tilo nicht zufrieden.
Es hatte keinen Zweck. Die beiden drehten sich im Kreis und fanden keine Einigung. 
So war es an der Zeit, dem Maus-Meister Theoderich einen Besuch abzustatten und seinen weisen Rat einzuholen.
"Ihr habt beide Recht", meinte dieser. "Freude und Leid wurden gleichzeitig erschaffen. 
Das Leben ist wie eine Münze, die zwei verschiedene Prägungen trägt: auf der einen Seite die Freude, auf der anderen Seite das Leid – gleichzeitig.
 Eins ist ohne das andere nicht denkbar. Es gibt keine Münze mit nur einer Seite. 
So gibt es auch kein Leben, in dem ausschließlich Freude oder nur Leid auftritt. 
Jede Maus wirft ihre Münze selbst – mal kommt die Freude nach oben zu liegen, beim nächsten Mal das Leid.
 Nichts gilt für immer. Die Münzen werden ständig neu geworfen. Wichtig für euch ist nun Folgendes: 
Vergesst niemals, ganz gleich welche Seite der Lebensmünze im Augenblick oben liegen mag, die andere Seite ist immer vorhanden. 
Sie ist nur im Augenblick nicht sichtbar."
Das stimmte die beiden Mäuse friedlich.
 Sie bedankten sich bei Meister Theoderich und marschierten Hand in Hand nach Hause.

© Silke Andres, 2003



Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter. "Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der eine Zwilling.
 "Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird." antwortet der andere Zwilling. "Ich glaube, das ist Blödsinn!" sagt der erste. 
"Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?" "So ganz genau weiß ich das auch nicht.
 Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?" "So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört!
 Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz."
 "Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders." "Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von 'nach der Geburt'.
 Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum." "Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird.
 Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen." "Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? 
Wo ist sie denn bitte?" "Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie.
 Ohne sie könnten wir gar nicht sein!" "Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."
"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören.
 Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...." 

 nach Henry Nouwen



Vom Nachahmen...

Ein Meister erlangte eines Tages die Erleuchtung. Von da an entschied er, ein einfaches Leben zu führen, 
weil ihm ein solch einfaches Leben zusagte. Die Schüler eiferten ihm nach und versuchten, 
nach seinem Vorbild ebenfalls ein einfaches Leben zu führen. 
Doch der Meister lachte nur: "Ihr Narren! Was nützt es, mein Verhalten nachzuahmen" sagte er,
 "ohne sich die Motivation zu Eigen zu machen, ohne die Idee, die dahinter steht?" 
Die Schüler schauten verwirrt. Da fügte der Meister hinzu:
 "Glaubt Ihr denn, dass eine Ziege ein Rabbi wird, nur weil sie einen Bart trägt?

Anthony de Mello



Übereifrig

Ein junger Schüler war für seinen besonderen Eifer bekannt. 
Er meditierte Tag und Nacht und wollte seine Übungen nicht einmal zum Essen oder Schlafen unterbrechen. 
So wurde er immer dünner und dünner und auch die Erschöpfung nahm zu. 
Der Meister rief ihn zu sich und riet ihm, langsamer vorzugehen und nicht zu viel von sich zu verlangen. 
Das aber wollte der Schüler nicht hören. "Warum hast du es so eilig?" fragte ihn da der Meister.
 "Ich strebe nach Erleuchtung." sagte der Schüler. "Da habe ich keine Zeit zu verlieren."
 "Und woher weißt du, dass die Erleuchtung vor dir läuft, so dass du ihr hinterherlaufen musst?" fragte ihn der Meister.
 "Es könnte doch auch sein, dass sie hinter dir ist und dass du nichts weiter tun musst, als stillzustehen..."

Feldman/Kornfield: "Stories of the Spirit"



Der Meister und die Wölfe

Im Dorf wurden in der Nähe von Meister Shojus Termpel Wölfe gesichtet. 
Daher ging Shoju eine Woche lang jede Nacht auf den Dorffriedhof und ließ sich dort zur Meditation nieder.
 Damit wurden die nächtlichen Angriffe der Wölfe beendet.
Die Dorfbewohner waren begeistert. Sie baten, ihnen die geheimen Riten zu offenbaren, 
die er vorgenommen hatte, damit sie in Zukunft das gleiche tun könnten.
Da sagte Shoju: "Es bedurfte keiner geheimen Riten. 
Während ich in Meditation saß, versammelte sich eine Anzahl Wölfe um mich. 
Sie leckten meine Nasenspitze und schnupperten an meiner Kehle. 
Aber weil ich in rechter innerer Ruhe verharrte, wurde ich nicht gebissen."

(Anthony de Mello)



Bis ich oben bin....

Als der Meister gefragt wurde, ob es ihn denn nicht entmutige, 
dass all seine Mühen anscheinend kaum Früchte trug, erzählte er die Geschichte von einer Schnecke, 
die an einem kalten, stürmischen Tag im späten Frühjahr aufbrach, um den Stamm eines Kirschbaums empor zu klettern.
Die Spatzen auf dem Nachbarbaum lachten über ihr Unterfangen. 
Da flog ein Spatz auf die Schnecke zu und piepste sie an: "He, du Dummkopf, siehst du nicht, 
dass auf dem Baum keine Kirschen sind?"
Der Winzling ließ sich nicht aufhalten und sagte:
"Macht nichts, bis ich oben bin, sind welche dran!



"Am weitesten sieht, wer am höchsten fliegt."
"Überwinde den Raum und alles was uns übrig bleibt ist hier. Überwinde die Zeit und alles
was uns übrig bleibt ist jetzt."
"Durchbrecht die Beschränktheit eures Denkens und ihr zerbrecht auch damit die
Fesseln eures Körpers."
"Der Körper ist nur der personifizierte Gedanke."
"Traue deinen Augen nicht, was immer sie dir zeigen. Es ist nur begrenzt. Traue deinem
Verstand! Hebe ins Bewusstsein, was in dir ist! Und du wirst wissen... und fliegen!"

Aus dem Buch "Die Möwe Jonathan"




 
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