Kinder 2 - Sonnenstrahlenblumen~ Fotografie~Gedichte~Zitate

Sonnenstrahlenblumen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Kinder 2

Kinder-Weisheiten


Wer sagt,

es gibt sieben Wunder auf dieser Welt,
hat noch nie die Geburt eines Kindes erlebt.

Wer sagt, Reichtum ist alles,
hat nie ein Kind lächeln gesehen.

Wer sagt, diese Welt sei nicht mehr zu retten,
hat vergessen, dass Kinder Hoffnung bedeutet.

Autor unbekannt



K i n d e r
Kinder sind Augen,
die sehen,
wofür wir längst
schon blind sind.
Kinder sind Ohren,
die hören,
wofür wir längst
schon taub sind.
Kinder sind Seelen,
die spüren,
wofür wir längst
schon stumpf sind.
Kinder sind Spiegel,
die zeigen,
was wir gerne
verbergen.



Ein Kind nach den Anleitungen 
eines Buches zu erziehen,
ist gut,
nur braucht man für jedes Kind 
ein anderes Buch.



Gebet eines Kindes an alle Eltern der Welt

"Gib mir nicht alles worum ich Dich bitte, manchmal frag ich nur,
weil ich wissen möchte, wie weit ich gehen kann.

Schimpf mich nicht. Ich achte Dich weniger wenn Du es tust,
denn so lerne auch ich zu schimpfen. Aber ich möchte es nicht.

Halte Deine Versprechen, die schönen und die weniger schönen.

Wenn Du mir eine Prämie versprichst, dann gib sie mir und
verhalte Dich aber genauso, wenn Du mir eine Strafe versprichst.

Vergleich mich bitte mit niemandem, besonders nicht mit meinen Geschwistern.
Wenn der Vergleich zu meinen Gunsten ausgeht, leiden sie, wenn zu meinem Ungunsten, leide ich.

Ändere bitte nicht ständig Deine Meinung, was Du mit mir vorhast.
Entscheide Dich und bleib bei Deiner Entscheidung.

Gib mir die Möglichkeit zu wachsen und zu reifen.
Hab Vertrauen zu meinen Fähigkeiten.
Wenn Du alles an meiner Stelle erledigst, nimmst Du mir die Möglichkeit zu lernen.

Lüge niemals in meiner Gegenwart und verlange bitte nicht dies an Deiner Stelle zu tun.
Auch dann nicht, wenn Du vor anderen besser dastehen willst.
Es verletzt mich sehr und ich verliere das Vertrauen zu Dir.

Wenn ich etwas falsch mache, frage mich nicht immer warum,
manchmal finde ich selbst keine Erklärung dafür.

Wenn Du einen Fehler machst, gib ihn zu.
Es erhöht meine Achtung vor Dir und ich lerne daraus meine Fehler zuzugeben.

Behandle mich mit der gleichen Vertraulichkeit und Freundlichkeit,
wie Du es mit Deinen Freunden tust.
Verwandt zu sein bedeutet nicht kein Freund zu sein.

Verlange nicht von mir etwas zu tun, das Du selbst nicht tun würdest.
Ich werde immer nur lernen das zu tun, das Du mir vorlebst.

Wenn ich meine Sorgen mit Dir teilen möchte, sag nicht:
"Jetzt hab ich keine Zeit für diesen Kinderblödsinn".
Versuch mich zu verstehen und mir zu helfen.

Liebe mich und sag es mir auch, dass Du mich magst.
Ich möchte es so gerne hören, auch wenn Du glaubst es sei nicht notwendig.

Umarme mich, ich möchte Deine Freundschaft fühlen,
Deine Gegenwart in jeder Minute meines Lebens."

Amen - OM



Kinder

Kinder haben es so leicht,
haben keine Sorgen,
denken nur, was mach ich jetzt,
nicht, was mach ich morgen...
Kinder haben es so schwer,
dürfen niemals mäkeln
und sich wie der Herr Papa
auf dem Sofa räkeln...
Kinder haben es so leicht,
dürfen immer spielen,
essen, wenn sie hungrig sind,
weinen, wenn sie fielen...
Kinder haben es so schwer,
müssen so viel lernen und,
wenn was im Fernsehn kommt,
sich sofort entfernen...
Kinder haben es so leicht,
naschen aus der Tüte,
glauben an den lieben Gott
und an dessen Güte...
Kinder haben es so schwer,
müssen Händchen geben —
und auf dieser blöden Welt
noch so lange leben...

Heinz Erhardt



Was klagst Du?
über die Spuren der Kinder?
über die Striche an der Wand?
über die Löcher im Vorhang?
Eines Tages wirst Du sie vermissen
- wenn Du allein bist ...
Was stöhnst Du?
über die zerrissenen Sachen ?
über den Dreck an ihren Schuhen?
und die ganze Unordnung?
- irgendwann ist das nur noch Erinnerung,
die Dir die Augen feucht macht.
Was brüllst Du?
wenn sie schreien die Kinder
wenn sie frech sind und Dich kritisieren?
- in ein paar Jahren wirst Du die Ruhe haben,
die Ruhe, die Dich quälen wird...



Bitte lass mich doch am Leben…

Meine liebe Mama,
Vor kurzem erst hast Du erfahren, dass ich in Deinem Bauch –
unter Deinem Herzen wachse.
Du bist völlig durcheinander – erkennst die Richtung nicht.
Du denkst, dass ich nur ein kleiner Zellklumpen bin,
noch nichts fühle…
Mama, in Dir wohnt Leben!
Ich arbeite unermüdlich daran, für dich zu wachsen.
Ich lebe! Aber ohne Dich kann ich nicht groß werden,
ich brauche Dich!
Mama – bitte lass mich am Leben sein!
Ich würde so gern wissen, was ich einmal werde.
Vielleicht ein Klavierspieler, oder ein
Maler, oder eine berühmte Sängerin.
Vielleicht würdest Du in einem Konzert in der ersten
Reihe sitzen und meinen sanften Tönen lauschen.
Du wärst stolz auf mich… Mama – bitte.
Ich weiß, dass Deine Situation nicht leicht ist, aber ich möchte Dir so gern helfen. Ich versichere Dir,
dass ich Dir das Leben wieder zurückgeben werde,
das Leben, das Du mir schenken kannst.
Ich möchte so gern Dein Gesicht sehen, Deine Stimme hören,
ich möchte so viele Dinge mit Dir erleben!
Bitte Mama – gib mir die Gelegenheit, herauszufinden,
wer Du bist, wer ich sein kann.
Ich möchte Dich entdecken, für die mein Herz schon schlägt.
Ich verliebe mich gerade in Deinen Geruch,
der mir zeigt, dass Du meine Mama bist –
unter allen Frauen würde ich Dich wieder erkennen.
Ich möchte meine kleinen Hände Dein Gesicht liebkosen lassen,
zärtlich Dein Haar berühren.
Ich möchte Deine weichen Hände spüren, die mich sanft in den Schlaf streicheln.
Ich brauche deine Liebe, Deine Nähe.
Ich möchte alles von Dir lernen, möchte Dich anlächeln,
möchte in Deinem Arm zur Ruhe kommen, möchte leben.
Ich habe Angst davor sterben zu müssen!
Ich werde aus Dir herausgerissen und kann ohne Dich nicht mehr weiterleben.
Ich würde so gern bei Dir bleiben. Bitte mach, dass ich bei Dir bleiben kann.
Gott hat mich doch gewollt und mich so wunderbar ausgestattet.
Du kannst an mir alles besser machen, was Du nicht hattest. Du kannst mich lieben, wie Du nie geliebt wurdest.
Unser Leben wird so schön. Mama…
Es ist nicht nur Dein Bauch – es ist doch mein Leben!
Du riechst so gut!
Ich liebe Dich meine Mama,
obwohl ich Dich noch nie gesehen habe, liebe ich Dich.
Ich liebe Dich mit der ganzen
Kraft meines schlagenden Herzchens.
Ich liebe Dich über alles! Wirf das nicht alles weg!
Wirf mich nicht weg! Ich liebe Dich für immer.
Dein Kind



Keine ruhige Minute

Was habe ich in all den Jahren
Ohne dich eigentlich gemacht,
Als Tage noch tagelang waren,
Wie hab' ich sie nur 'rumgebracht?
Ohne Spielzeug zu reparieren,
Ohne den Schreck, der Nerven zehrt,
Ohne mit dir auf allen vieren
Durch's Haus zu traben als dein Pferd'?

Keine ruhige Minute
Ist seitdem mehr für mich drin.
Und das geht so, wie ich vermute,
Bis ich hundert Jahre bin!
Du machst dich heut' in meinem Leben
So breit, dass ich vergessen hab',
Was hat es eigentlich gegeben,
Damals, als es dich noch nicht gab?
Damals glaubt' ich, alles zu wissen,
Bis du mir die Gewissheit nahmst.
Nie glaubt' ich etwas zu vermissen,
Bis an den Tag, an dem du kamst!

Keine ruhige Minute...
Das Haus fing doch erst an zu leben,
Seit dein Krakeelen es durchdringt,
Seit Türen knall'n und Flure beben
Und jemand drin "Laterne" singt.
Früher hab' ich alter Banause
Möbel verrückt, verstellt, gedreht,
Ein Haus wird doch erst ein Zuhause,
Wenn eine Wiege darin steht!

Keine ruhige Minute...
Tiefen und Höh'n hab' ich ermessen
Ängste und Glück war'n reich beschert,
Das war ein leises Vorspiel dessen,
Was ich mit dir erleben werd'!
Denn du kommst und gibst allen Dingen
Eine ganz neue Dimension,
Und was uns nun die Jahre bringen,
Mess' ich an dir, kleine Person!

Keine ruhige Minute...

Reinhard Mey



Achtung! Kinder sind hier zu Hause

Freund, wenn Du dies Haus betrittst,
vieles nicht ganz sauber blitzt.
Du merkst, dass es hier Kinder gibt,
die man mehr als putzen liebt.
Da gibt es Spuren an den Wänden
kreiert von flinken, kleinen Händen.
wir machen das mal später weg,
jetzt spielen wir zuerst Versteck!
Spielzeug liegt an jedem Ort,
doch eines Tages ist es fort.
Die Kinder sind uns kurz geliehen,
bis sie erwachsen von uns ziehen.
Dann wird auch alles aufgeräumt,
dann läuft der Haushalt wie erträumt.
Jetzt freu`n wir uns an uns`ren Gören
Und lassen uns dabei nicht stören!



A: Worüber willst Du Dich beklagen,
ich hätte Dich als Kind geschlagen
und das zumeist noch ohne Grund
auf Finger, Rücken, Kopf und Mund?
Du sagst, ich hätte Dich gequält,
nein, Dir hat es an nichts gefehlt,
doch warst Du, wie man das so nennt
schon als Kind höchst renitent,
hast Deine Launen ausgelebt
und selbst, wenn ich vor Zorn gebebt,
hast keine Rücksicht Du genommen,
bis derart ich in Rage gekommen,
dass mein Entschluss war, drauf zu dringen,
Dir Benehmen beizubringen.
Jawohl, da hab ich hingeknallt,
bloß niemals nenn ich das Gewalt.
Ein bisschen schlagen, ja, bitte schön,
doch jeder wird das gut verstehn,
wenn Kinder Regeln grob verletzen,
dann muss man ihnen Grenzen setzen.

B: Dazu möcht ich nicht länger schweigen,
Grenzen kann man anders zeigen.
Weißt Du, wie ich mich gefühlt,
wenn Du Dich an mir abgekühlt?
Du warst für mich der große Held,
der liebste Mensch der ganzen Welt:
ich hab Dich immer angestrahlt,
hab Zeichnungen von Dir gemalt,
hab mich nach Deiner Hand gesehnt,
an Deinen Rücken mich gelehnt
und meine Hände ungezwungen
ganz fest um Deinen Hals geschlungen
bis zu diesem einen Tag,
den ich nicht vergessen mag -
ich habe Dich so nicht gekannt,
hab nur entsetzt und unverwandt
Dich angesehn mit tausend Fragen:
Du hast mir in`s Gesicht geschlagen!?
Der Grund er war bedeutungslos,
doch meine Angst war riesengroß
und was am meisten mich entsetzt,
mein Glaube war zutiefst verletzt.
Ich glaubte, und ich sag's ganz frei,
dass ich für Dich ein Wunder sei.
Es war als ob ein Traum zerbricht,
denn Wunder, bitte, schlägt man nicht
und wenn, das scheint wohl sonnenklar,
dann ist kein Kind mehr wunderbar



Hand in Hand

Nimm meine Hand,
lass dich führen,
ich zeige dir die Welt,
ich zeige dir die schönsten Dinge

Siehst du die Vögel?
Hörst du ihr Gesang?
Siehst du die Blumen?
Riechst du ihren Duft?

So viele schöne Dinge,
lass sie auf dich wirken-
Genieß die Sonne,
genieß ihre Wärme.

Ich begleite dich,
die ersten Schritte in deinem Leben.
Ich sorge für Dich,
ich lache mit Dir.

Ich nehmen dich in meine Arme,
ich kuschle mit Dir
und ich spiele mit Dir.

Ich tröste dich wenn du stolperst,
wenn du stolperst auf deinem Weg.
Er hat viele Steine
manchmal ist der Weg steil.

Ich werde dich aber stets begleiten.
Solltest du mal in eine Sackgasse geraten,
so werden wir gemeinsam den richtigen Weg finden

Irgendwann wird der Tag kommen
an dem du deinen Weg selbst gehst -
dann muss ich deine Hand loslassen -
du entscheidest selbst welcher der richtige Weg ist.

Ob steil, ob geradeaus,
ob mit Umwegen oder im Zick-Zack.
Solltest Du trotzdem mal stolpern,
so weißt du, wo ich bin!

Dann nehme ich deine Hand
und wir suchen gemeinsam den richtigen Weg!
Ich liebe Dich, meine Tochter!

by Sabrina



GEBOREN

Ich bin da.
Ich habe es geschafft.
Es war schwer,
und ich hatte Angst.
Aus der wohligen Wärme
kam ich in die Kälte,
aus dem geborgenen Dämmern
in ein helles Licht.

Nun hänge ich zwischen Himmel und Erde
und ringe nach Luft.
Nichts anderes kann ich als schreien.
Ich schreie - und atme - endlich.

Ich bewege Arme und Beine;
auf einmal habe ich Platz, viel Platz.
Ich kann mich nirgends fest halten,
nichts umgibt mich.
Nichts anderes kann ich als schreien.

Da umfasst mich etwas,
warm und leicht,
und streichelt mich wieder
und wiegt mich wieder,
und ich höre eine Stimme,
die ich lange schon kenne.
Da bin ich ganz still,
und ich weiß:
Jetzt ist alles wieder gut.



Ich-Abschaum?!

Ich trinke,
treibe mich herum,
habe die Penne verlassen,
bin verkommen und dumm.

Manchmal rauch ich Shit,
dann fühl ich mich geborgen,
denn es erlöst mich von all meinen Sorgen.

"Kurz ich bin derjenige, vor dem meine Eltern
mich immer gewarnt hatten.
Na, wenigstens die haben mich frühzeitig erkannt."

Immer hieß es - So etwas darfst du nicht!
Ihre Erwartungen waren zu hoch,
denn ihren Forderungen war ich nicht gewachsen.

Ich wollte nicht auf Berge klettern!
Ich war nicht wie mein Vater - nicht superstark und mutig-.
Ich habe geweint,
doch so etwas tut ein richtiger Mann ja nicht ...

Schließlich bin ich in den Alkohol geflüchtet,
war als Dieb berüchtigt.
Jetzt bin ich wieder draußen und fange von neuem an zu saufen.

Jetzt kennt ihr mich nicht mehr!
Ich bin Abschaum,
schwimme oben,
hebe mich von den übrigen ab.

Aber vielleicht fühlt ihr euch auch schuldig,
schuldig, weil ihr mir nie die Liebe und Wärme gegeben habt,
die ich brauchte!

Für Euch verdrängte ich meine Gefühle,
wurde hart wie Stein.
Wegen Euch hab ich verlernt ich selber zu sein.

Verlernt zu lieben,
verlernt zu lachen,
ja vielleicht sogar verlernt zu leben!

Wozu verachtet ihr mich jetzt?

Bin ich nicht der, den ihr immer haben wolltet?!



Brief eines Neugeborenen an seine Eltern

Liebe Eltern,
ich komme zu euch als ein kleines, unreifes Wesen mit der mir ganz eigenen Persönlichkeit. 
Ich bin nur kurze Zeit bei euch - genießt mich.

1. Nehmt euch Zeit herauszufinden, wer ich bin, 
wie ich mich von euch unterscheide und was ich euch geben kann.

2. Bitte gebt mir Nahrung, wenn ich hungrig bin. In Deinem Bauch, Mama, 
habe ich keinen Hunger gekannt und Zeit und Uhren sind mir noch fremd.

3. Bitte haltet mich nah an eurem Körper, liebkost mich, streichelt mich, küsst mich, erzählt mit mir. 
In Deinem Bauch, Mama, fühlte ich mich auch immer getragen und ganz nah bei Dir. Ich war da nie allein.

4. Ich hoffe, ihr seid nicht zu enttäuscht, wenn ich nicht das perfekte Baby Eurer Träume und Hoffnungen bin. 
Seid auch nachsichtig und großzügig mit euch selbst, wenn ihr nicht die perfekten Eltern seid, die ihr so gerne wärt.

5. Erwartet nicht zuviel von mir neugeborenem Baby, und erwartet auch nicht zuviel von euch als Eltern. 
Gebt uns beiden sechs Wochen - sozusagen als Geburtsgeschenk. Sechs Wochen für mich, dass ich reifen kann, 
mich stabilisiere und meinen Rhythmus finde und sechs Wochen für euch, 
wieder allmählich zu euch zu kommen und mich in euer Leben zu integrieren.

6. Bitte vergebt mir, wenn ich viel weine. Habt Geduld mit mir: 
mit der Zeit werde ich immer weniger weinen und euch mit meiner Gesellschaft erfreuen.

7. Achtet gut auf mich - schaut mir aufmerksam zu, denn ich kann euch auch ohne Worte sagen, 
was ich brauche, wie ihr mich trösten könnt und was mich zufrieden macht. 
Ich bin wirklich kein Tyrann, der zu euch gekommen ist, um euch euer Leben zu vermiesen. 
Aber der einzige Weg, wie ich euch momentan zu verstehen geben kann, dass mir etwas fehlt, ist Weinen.

8. Bitte denkt daran, dass ich ganz schön zäh und widerstandsfähig bin. 
Ich kann schon viele Fehler aushalten, die ihr anfangs aufgrund eurer Unerfahrenheit natürlicherweise machen werdet. 
Solange ihr mich lieb habt, kann eigentlich gar nichts schief gehen.

9. Bitte achtet auch auf euch. Seht zu, dass ihr euch ausgewogen ernährt und genügend Ruhe und Bewegung bekommt, 
damit ihr euch in den Zeiten, in denen wir zusammen sind, gesund und kräftig fühlt. 
Versucht, zwischen "unwichtig" und "wichtig" zu unterscheiden, seht die Dinge etwas gelassener - 
dann könnt ihr mich viel besser genießen.

10. Und bitte hegt und pflegt auch eure Beziehung zueinander,
 weil diese mein Nährboden ist und mir zeigt, wie man Menschen lieben kann.

Wenn ich auch momentan euer Leben ein bisschen durcheinander gebracht habe, s
o denkt daran, dass dies nur vorübergehend ist.

Ich danke euch beiden.
Euer Kind

Verfasser unbekannt



Die Spezial-Mutter

Die meisten Frauen werden durch Zufall Mutter, manche freiwillig, einige unter gesellschaftlichem Druck und ein paar aus reiner Gewohnheit. 
Dieses Jahr werden 100.000 Frauen Mütter behinderter Kinder werden. Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, 
nach welchen Gesichtspunkten die Mütter behinderter Kinder ausgewählt werden?
Ich stelle mir Gott vor, wie er über der Erde schwebt und sich die Werkzeuge der Arterhaltung mit größter Sorgfalt und Überlegung aussucht. 
Er beobachtet genau und diktiert dann seinen Engeln ins riesige Hauptbuch.

"Armstrong, Beth: Sohn. Schutzheiliger: Matthias.
Forest, Majorie: Tochter. Schutzheilige: Cäcilie.
Rutledge, Carrie: Zwillinge. Schutzheiliger?
Gebt ihr Gerad, der ist es gewohnt, dass geflucht wird."
Schließlich nennt er einem Engel einen Namen und sagt lächelnd:
 "Der gebe ich ein behindertes Kind."
Der Engel wird neugierig: "Warum gerade ihr, oh Herr? Sie ist doch so glücklich."
"Eben deswegen", sagt Gott lächelnd. "Kann ich einem behinderten Kind eine Mutter geben, 
die das Lachen nicht kennt? Das wäre grausam."
"Aber hat sie denn die nötige Geduld?" fragt der Engel.
"Ich will nicht, dass sie zuviel Geduld hat, sonst ertrinkt sie in einem Meer von Selbstmitleid und Verzweiflung. 
Wenn der anfängliche Schock überwunden und der Zorn verklungen ist, wird sie es tadellos schaffen. 
Ich habe sie heute beobachtet. Sie hat den Sinn für Selbständigkeit und Unabhängigkeit, die bei Müttern so selten und so nötig sind.
 Verstehst du: das Kind, das ich ihr schenken werde, wird in seiner eigenen Welt leben. 
Und sie muss es zwingen, in der ihren zu leben, das wird nicht leicht werden."
„Aber Herr, soviel ich weiß, glaubt sie nicht einmal an dich." Gott lächelt.
"Das macht nichts, das geht schon in Ordnung. Nein sie ist hervorragend geeignet. Sie hat genügend Egoismus."
Der Engel ringt nach Luft. "Egoismus? Ist das denn eine Tugend?"
Gott nickt. "Wenn sie sich nicht gelegentlich von dem Kind trennen kann, wird sie das alles nicht überstehen.
 Diese Frau ist es, die ich mit einem nicht ganz vollkommenen Kind beschenken werde. Sie weiß es zwar noch nicht, aber sie ist zu beneiden.
 Nie wird sie ein gesprochenes Wort als etwas Selbstverständliches hinnehmen. Nie einen Schritt für etwas Alltägliches. 
Wenn ihr Kind zum ersten Mal Mama sagt, wird ihr klar sein, dass sie ein Wunder erlebt.
 Wenn sie ihrem Kind einen Baum, einen Sonnenuntergang schildert, wird sie ihn so sehen, wie nur wenige Menschen meiner Schöpfung jemals sehen. 
Ich werde ihr erlauben, alles deutlich zu erkennen, was auch ich erkenne. -Unwissenheit, Grausamkeit, Vorurteile -, und ich werde ihr erlauben, sich darüber zu erheben.
 Sie wird niemals allein sein. Ich werde bei ihr sein, jeden Tag ihres Lebens, jede einzelne Minute, weil sie meine Arbeit eben so sicher tut, als sei sie hier neben mir."

"Und was bekommt sie für einen Schutzheiligen?" fragt der Engel mit gezückter Feder.

Da lächelt Gott. "Ein Spiegel wird genügen."

 Erma Brombeck



Die Welt in Ordnung bringen

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen.
Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spiel.
Also überlegte er, womit er den Knaben beschäftigen könnte.
Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung
der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in vielekleine Teile.
Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen
Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei.
Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle.
Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertigzusammengesetzte Bild.
Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er dasgeschafft habe.
Das Kind sagte: "Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe
ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auchdie Welt."

Du sollst an dein Kind glauben.
Du sollst deine Kinder liebevoll rufen.
Du sollst die Tage deiner Kinder schöne Tage sein lassen.
Du sollst deine Kinder achten und ehren, auf dass sie dich achten und ehren können eines Tages.
Du sollst dein Kind um seiner selbst willen lieben.
Du sollst dein Kind nicht sexuell benutzen.
Du sollst dein Kind nicht anlügen.
Du sollst deinem Kind nichts stehlen.
Du sollst kein falsches Zeugnis geben gegen dein Kind.
Du sollst nicht begehren deines Kindes Glück.
Du sollst nicht begehren deines Kindes Freuden

Brigitte Schwaiger



Mein Kind, nicht geboren und nicht mal gezeugt
ich denk an dich, wie es sein wird wenn du lebst
zum Menschen wirst, wie du lernst, verstehst und dich oft irrst
Es wäre schön wenn ich es mit dir erleb,
doch ich hab Angst das die Welt zerbricht
und ich kann nichts tun für dich

Mein Kind
Kleine Mädchen werden schnell zur Frau
Ich stell mir vor, wie du jedes kleinste Recht erkämpfen musst
Dein Gesicht mehr zählt, als das was du sagst
Und wenn du zu widersprechen wagst,
sagt man dir bloß, das war schon immer so,
mein Kind dann wäre dich bloß

Und wenn du ein Junge wirst,
ist deine Pflicht in einen sinnlosen Krieg zu ziehen,
ganz egal ob du willst oder nicht
Mein Sohn, wenn du deine Zärtlichkeit verlierst,
weil man dir sagt,
ein Mann hat stark zu sein,
dann habe ich bei dir versagt,
denn ich weiß du stehst vor mir an einem fernen Tag
und fragst mich , warum hast du mir das alles nicht erspart.

Mein Kind
Nicht geboren und nicht mal gezeugt, ich denk an dich
und habe Angst davor, dass du am Leben zerbrichst.
Tochter oder Sohn,
mir ist als hätte ich dich schon.......

P. Maffay



Ich werde dich immer lieben

Eine Mutter hielt ihren neugeborenen Sohn in den Armen. 
Sie wiegte ihn vor und zurück, vor und zurück, und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er zwei Jahre alt war, 
rannte er durchs ganze Haus; er riss Bücher aus den Regalen, leerte den Kühlschrank oder spülte die Uhr seiner Mutter durchs Klo hinunter.
Dann seufzte seine Mutter manchmal: Der Junge macht mich noch wahnsinnig.

Aber nachts, wenn ihr Sohn endlich eingeschlafen war, ging die Mutter in sein Zimmer und trat auf Zehenspitzen an sein Bett. Wenn er tief und fest schlief, setzte sie sich zu ihm und dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er neun Jahre alt war, kam er nie zum Essen rein, wenn man ihn rief; nie wollte er sein Bad nehmen; und wenn die Oma zu Besuch kam, sagte er unanständige Dinge um sie zu ärgern.
Manchmal hätte seine Mutter den Bengel am liebsten an den Zoo verkauft.

Aber nachts, wenn ihr Sohn endlich eingeschlafen war, ging die Mutter in sein Zimmer und trat auf Zehenspitzen an sein Bett. Wenn er tief und fest schlief, setzte sie sich zu ihm und dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er ein Teenager war,
hatte er merkwürdige Freund, ernährte sich ungesund und hörte laute Musik.
Dann dachte seine Mutter manchmal, sie sei im Zoo!

Aber nachts, wenn ihr Sohn endlich eingeschlafen war, ging die Mutter in sein Zimmer und trat auf Zehenspitzen an sein Bett. Wenn er tief und fest schlief, setzte sie sich zu ihm und dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Der Sohn wuchs heran. Er wurde größer und größer. Als er erwachsen war, zog er zu Hause aus. Er wohnte jetzt am Ende der Stadt.
Manchmal, nachts, wenn seine Mutter nicht schlafen konnte, lag sie im Bett dachte an die Zeit zurück, als sie ihr Baby in den Armen wiegte, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.


Aber nicht nur der Sohn wurde älter, auch die Mutter wurde älter und älter und alt.
Eines Tages rief sie ihren Sohn an und sagte: Du kommst besser vorbei; ich bin zu alt und zu gebrechlich, um das Haus zu verlassen.
Der Sohn fuhr quer durch die Stadt zu seiner Mutter. Als er zur Tür herein trat, hörte er sie leise singen:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein...

Aber sie konnte nicht zu Ende singen, so gebrechlich war sie und schwach.
Da setzte sich der Sohn zu seiner Mutter ans Bett und nahm sie in die Arme. Er wiegte sie vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück, und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du meine Mutter sein.

Als der Sohn an diesem Abend nach Hause kam, blieb er lange auf der Treppe stehen.
Dann trat er in das Zimmer, wo seine neugeborene Tochter schlief.
Er trat auf Zehenspitzen an ihr Bett und nahm sie sanft in die Arme. Er wiegte das Baby vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück und sang ganz leise:

Ich lieb dich für immer,
meine Liebe ist dein;
solang wie ich lebe
wirst du mein Kind sein.

Robert Munsch



Mit dir geh ich durch dick und dünn

Mit dir geh ich durch dick und dünn,
ich steh an deiner Seite.
Ich freu mich, wenn ich bei dir bin
und deinen Weg begleite.

Dein Lachen auch das meine ist.
Ich mag dich wie sonst keinen.
Und wenn du einmal traurig bist,
dann will ich mit dir weinen.

Wenn du mich rufst, komm ich sofort
und nehm dich bei der Hand.
Ich folge dir an jeden Ort,
bis in das fernste Land.

Mit dir geh ich durch dick und dünn
und durch dein ganzes Leben.
Ich möchte, wenn ich bei dir bin,
dir Glück und Frieden geben.

Ich gebe sorgsam auf dich Acht
im wildesten Gedrängel,
in Sturm und Wind, bei Tag und Nacht -
mein Kind, ich bin dein Engel.

Irene Busch



Was Kinderlose nicht wissen:

Eltern und Kinderlose bewohnen zwei verschiedene Dimensionen.
Kinderlose kennen die Welt um sechs Uhr morgens am Sonntag nicht. Sie wissen nicht, wie es ist, an einem Sonnabend schon um 19.45 Uhr ins Bett zu gehen. Sie kennen nicht das Gefühl der Panik, wenn ihnen bei einem Spaziergang eine leise Stimme zuflüstert: "Ich muss groß." Ach, sie wissen nichts von Monstern, die nachts in Zimmern lauern und vertrieben werden müssen. Sie ahnen nicht, dass man ein krakeliges Gewirr aus Strichen und Kreisen für wunderschön halten kann. Sie kennen keine Bettdecken, die nachts eigenmächtig von kleinen Körpern rutschen. Sie kennen das beruhigende Gefühl nicht, wenn man leisen Atem spürt. Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich bei Gefahr eine kleine Hand in die eigene schiebt. Sie sind noch nie mit feuchten Honigbrotresten gefüttert worden. Haben noch nie ein Pflaster auf eine Wunde geklebt, die keine ist. Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich kleine Brüder küssen. Sie kennen das Gefühl nicht, ein nasses, nacktes Kind in ein Badelaken zu wickeln und es an sich zu drücken. Sie wissen nicht mehr, dass Haare waschen unsagbar widerlich ist. Sie haben vergessen, dass nichts besser schmeckt als Nudeln mit Ketchup. Sie haben noch nie ein Königreich für einen Schnuller eintauschen wollen. Sie kennen den weißen Schimmer im Gaumen nicht, der ein Zahn wird.

Sie sind ausgeschlafen - gut. Sie haben Zeit für sich - auch gut. Sie müssen nicht die Giftnotrufzentrale anrufen und fragen, ob es schädlich ist, Sonnenmilch zu trinken. Sie müssen keine verwüsteten Zimmer aufräumen. Kein Spielzeug reparieren. Keine Angst vor Autos haben. Keine Gute-Nacht-Geschichten erzählen, keine blöden Kinderlieder singen und keine Sesamstrasse gucken. Sie brauchen nicht dauernd neue Schuhe zu kaufen, weil die alten zu klein sind. Sie müssen niemals unmögliche Fragen beantworten. Sie brauchen nicht Nächte durchzuwachen, weil jemand vierzig Grad Fieber hat, der noch keinen Meter groß ist. Sie brauchen nicht zu untersuchen, bewachen, verhindern, wiegen, messen, säubern, tragen und zu schaukeln.
All das brauchen sie nicht. All das dürfen sie nicht.



Komm ich nehm dich mit

Ganz unerwartet kommst du herein,
knallst in mein Leben, nackt und allein,
Hat man dich eigentlich vorher gefragt?
Dann musst du ´n Abenteurer sein,
denn du hast „Ja“ gesagt.
Du weißt noch gar nicht, wo du hier bist,
was für’n verrückter Ort diese Erde ist.
Will nichts versprechen,
Ich will’s probiern
und dich ins Leben führ’n.

Komm ich nehm dich mit,
ich nehm dich ein Stück mit,
bis du auf eignen Füßen stehst.
Komm ich nehm dich mit,
ich nehm dich ein Stück mit,
bis du deine eignen Wege gehst.
Komm ich nehm dich mit
auf den großen Rummelplatz,
auf die Achterbahn des Lebens,
da geht’s ständig auf und ab,
es gibt nicht nur Zuckerwatte,
es gibt auch die Geisterbahn.
Doch was immer auch passier’n wird
ich bin da – komm in meinen Arm.

Brauchst keine Angst zu haben,
es wird schon gehen,
es gibt so viel zu erleben,
es gibt so viel zu sehn.
Es ist dein Leben,
auf das du dich freu’n kannst hier.
Und wenn’s mal Ärger gibt,
steh ich neben dir.
Ich möchte, dass du sie liebst,
diese wilde Welt,
ich werde alles tun,
dass es dir hier gefällt,
ich werd dein Vater, werd dein Freund,
und dein Beschützer sein,
doch jetzt schläfst du noch ein bisschen
du hast soviel Zeit.

Komm ich nehm dich mit,
ich nehm dich ein Stück mit,
bis du auf eignen Füßen stehst.
Komm ich nehm dich mit,
ich nehm dich ein Stück mit,
bis du deine eignen Wege gehst.
Komm ich nehm dich mit
auf den großen Rummelplatz,
auf die Achterbahn des Lebens,
da geht’s ständig auf und ab,
es gibt nicht nur Zuckerwatte,
es gibt auch die Geisterbahn.
Doch was immer auch passier’n wird
ich bin da – komm in meinen Arm.

Mathias Reim



Das Mutti

Besondere Kennzeichen:
 bieder, belastbar, besorgt - bevorzugte Tätigkeiten: stricken, backe-backe-Kuchen-machen, Rotz abwischen.

Fee Zschöcke, Mutter eines 2jährigen Sohnes, beschreibt die merkwürdigen Verwandlungen einer Frau ein Wesen, das noch nicht im Lexikon steht.
Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17:45 Uhr MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies "Frau" (w., besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig, mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung "das Mutti" (s., besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz).
Das Mutti ist streng geschlechtsneutral und kommt überall auf der Welt vor; gehäuft auf Kinderspielplätzen. Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: "Stefan! Sofort runter da, sonst setzt es was!!", und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: stricken, Rotz abwischen, backe-backe-Kuchen-machen, Mützen ab- und aufsetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küsschen oder Knüffe verteilen). Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest der Fuß in Bewegung: der schaukelt den Kinderwagen.
Das Mutti tritt niemals allein auf, sondern ist stets rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor Bauch und Rücken geschnallt (ähnlich dem australischen Känguru, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts). Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen können, übt es geduldig die Tätigkeit des "Spazierenstehens" aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frisst oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.
Mutti ist Frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird sie gemacht. Viele Frauen bezeichnen diesen Hergang als äußerst lustvoll; wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Muttis in der Welt. Die wenigsten machen sich klar, was die Mutti-Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozess: einmal Mutti - immer Mutti. Was sich auch darin ausdrückt, dass manche "Vatis" (m., besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamäßig auf Draht und windelmäßig unerfahren, auch - oder gerade - nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies "Frau" herumbalzend) es fortan neutral "Mutti" nennen.
Für die Aufzucht (siehe auch "Sozialisation") sind stets wir Muttis allein zuständig Aufgabe, in der wir für den Rest unseres Lebens aufzugehen haben. Durchdrungen von der existentiellen Wichtigkeit des Brutpflegetriebs, werden wir durch ständige Adrenalinausschüttung offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti - und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber erstaunlich zähen Gattung - macht es nichts aus, drei- bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immergleichen Brei zu bereiten und den immergleichen Spielplatz mit den immergleichen Mit-Muttis aufzusuchen und dort die immergleichen Gespräche zu führen. Wer sich als Artfremder mit uns Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor. Haben wir Muttis doch eine Art Geheim-Code entwickelt, mit dem wir uns mühelos untereinander verständigen: Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strampelpeterfixis, Paidi, Peaudoux oder Osh-Kosh, es gibt Duplos, den Snuggli, den Schniedelwutz oder den Pipi-Mann, die Tut-tut-Bahn, das Tatü-Tata und das Hoppe-Hoppe; da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie "Apgar-Test", "Pipi-Mann", "Ur-Vertrauen", "rechtsdrehender Joghurt" oder "Drei-Monats-Koliken"... Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem früheren Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit "Eins" und ihr Examen mit "cum laude" gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindlicher Stammel-Sprache, deren Hauptbestandteil das Diminutiv ist ("Will Dodolein jetzt Heia-Heia machen? 
Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küssilein . . . -).
Die Mutti-Metamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" liest das Mutti jetzt "Die Häschenschule", statt raffiniertem "Kaninchen in Senf-Sauce" bereitet es gesunden, salzlosen Blumenkohl, statt zu "Kabarett" geht es ins Kindertheater zu "Peterchens Mondfahrt". Und beim Shopping halten wir Muttis nicht etwa nach einem getupften Ballon-Rock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste Ausschau, genügsam, wie wir nun mal sind.
Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung des Muttis. Knallenge Calvin-Klein-Jeans, spitzenbesetzte BHs unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er-Jahre-Klamotten - alles passé. Das Mutti, ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, ein weites Sweatshirt - so etwa sieht der Einheitslook des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus. Verhaltensforscher sprechen inzwischen schon von einem deutlich ausgeprägten "Mimikry-Effekt": Je grauer und eintöniger der Alltag des Muttis zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet es sich.

Und Vati? Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war - seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipen Touren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeige-Frau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben.
Statt dessen sitzt er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem so genannten "Baby-Schock" - Symptome: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, lang anhaltendes Gefühl der Unzulänglichkeit dem Mutti gegenüber ("Was, zum Teufel, ist teiladaptierte Milch...?") und des Ausgeliefertseins, das oft klaustrophobische Züge annimmt ("Hier komm' ich nie mehr raus, das geht jetzt zwanzig Jahre lang so weiter . . ."), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zur ohnmächtigen Wut. Unter dieser Schockeinwirkung - also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit - erliegen manche Väter gern der nächst besten Versuchung, deren Name "Weib" ist, und trennen sich vom Mutti. Doch es nützt alles nichts. An einem x-beliebigen Mittwoch, um 13:34 Uhr, ist es mal wieder soweit - ein zarter Schrei - und aus einer Frau" wird ein "Mutti" . . .

Autor unbekannt



Für alle Mamas und Papas - 
einfach nur lesen und öfter mal daran denken, unsere Kids haben auch Gefühle:

Meine Hände sind klein, ich werfe mein Glas Milch nicht extra um. Meine Beine sind kurz, bitte geh etwas langsamer, damit ich mithalten kann. Bitte haue meine Hand nicht, wenn ich etwas leuchtendes, schönes anfasse, ich verstehe das doch ......nicht. ... ... ... ... Bitte schaue mich an, wenn ich mit Dir spreche, dann weiß ich das du mir zuhörst. Meine Gefühle sind zart, bitte schimpfe nicht den ganzen Tag mit mir. Bitte lass mich Fehler machen, ohne dass ich mir dumm vorkomme. Bitte erwarte nicht von mir das ich das Bett, was ich richte oder das Bild was ich male perfekt mache. Bitte liebe mich doch einfach nur dafür, dass ich es versuche!!! Bitte denk daran, ich bin ein Kind, kein kleiner Erwachsener. Denn manchmal weiß ich nicht was du von mir willst! ICH LIEBE DICH DOCH SO SEHR !!! Bitte liebt mich so wie ich bin und nicht für das was ich kann. 
EUER KIND .



Gedanken eines ehemaligen Kindes

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich, dass du mein erstes selbst
gemaltes Bild an den Kühlschrank hängtest,
und ich bekam sofort Lust, ein weiteres zu malen.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich dich eine streunende Katze füttern
und ich lernte, dass es gut ist, freundlich zu Tieren zu sein.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich dich meinen Lieblingskuchen für mich backen
und ich lernte, dass die kleinen Dinge
die besonderen Dinge im Leben sein können.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich dich eine Mahlzeit kochen
und sie zu einem kranken Freund bringen,
und ich lernte, dass wir einander helfen
und uns umeinander sorgen müssen.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich, wie du mit deinen Pflichten umgingst,,
selbst wenn du dich nicht wohl fühltest, und ich lernte,
dass ich als Erwachsener verantwortungsbewusst sein sollte.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich Tränen aus deinen Augen tropfen und ich lernte,
dass Dinge manchmal schmerzen
und dass es in Ordnung ist zu weinen.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
sah ich, dass du dich um Dinge kümmertest,
und ich wollte selbst auch
zu jemandem werden, der sein Bestes gibt.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
lernte ich die meisten Lektionen des Lebens,
die ich beherrschen musste,
um als Erwachsener zu einer guten
und produktiven Person zu werden.
Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen,
schaute ich dich an und wollte sagen: „Danke für all die Dinge,
die ich sah, als du dachtest, ich würde nicht hinsehen.“

Autor unbekannt



„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun.
Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, 
aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann. 
Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, 
wenn das Leben schwer wird. 
Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, 
an die man sich halten kann.“

Astrid Lindgren


 
X-STAT.DE
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü